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Rundfunkmissionarin bei Radio HCJB - Die Stimme der Anden, verstarb im Alter von 82 Jahren

Sally Schroeder Isaak, die 30 Jahre lang in der deutschen Abteilung von Radio HCJB in Quito, Ecuador gearbeitet hat, ist am Montag, dem 19. Januar, in Abbotsford, British Columbia in Kanada im Alter von 82 Jahren an Krebs verstorben.

Als Tochter mennonitischer Einwanderer aus der Ukraine, wurde Sally wenige Monate nach der Ankunft ihrer Eltern in Kanada am 19. Februar 1926 in Headingley, Manitoba geboren.

In Winnipeg schloss sie eine Ausbildung als Lehrerin ab. Nach einigen Unterrichtsjahren wurde sie vom  MCC, dem Mennonitischen Zentralkomitee, zu einem Hilfseinsatz bei mexikanischen Erntearbeitern in Modesto, Kalifornien geschickt, ihr erster Kontakt mit Lateinamerikanern.

Nach dem Studienabschluss am Mennonite Bible College in Winnipeg/Kanada wurde Sally vom Vorstand der Missionsbehörde der Mennoniten Brüdergemeinden in die 1953 neu gegründete Deutsche Abteilung von Radio HCJB in Quito, Ecuador gesandt.

Zuerst flog sie zum Spanischstudium nach Costa Rica. Doch schon nach fünf Monaten erreichte sie ein Telegramm aus Quito: „Komm sofort, denn alle andern deutschen Radiomissionare in Ecuador sind krank!“

Sally beschrieb ihre Ankunft in Ecuador im Februar 1957 als einen Albtraum. Ohne Einführung musste sie allein die gesamte deutsche Rundfunkarbeit bewältigen. Damals wurden noch alle Programme „live“ gesendet.

In einem späteren Interview sagte Sally: „Es hat mir so viel Befriedigung verschafft, Rundfunksendungen für Deutschland und Südamerika zu erstellen, vor allem auch für kirchenferne Radiohörer. Und es war ein besonderes Geschenk, wenn Hörer der Sendungen schrieben, dass sie Jesus Christus als ihren Retter angenommen hätten.“

Während ihres Einsatzes hatte Sally Schroeder das Vorrecht, auch zwei ecuadorianische Präsidenten zu interviewen, Osvaldo Hurtado und León Roldós.

Neben ihrer Rundfunkarbeit tags über, war Sally neun Jahre lang abends beim HCJB-Fernsehsender tätig, wo sie live Englisch unterrichtete. Weiter brachte sie sich auch in der ecuadorianischen Kirche ein, wo sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene im christlichen Glauben unterwies.

Im Laufe der Dienstjahre hat Sally mehrere Hörerbesuchsreisen im deutschsprachigen Europa und in Südamerika durchgeführt. Im Jahr 1967 verbrachte sie fünf Monate in Westdeutschland, um die Kultur und die Situation der Deutschen zu verstehen und mit den Radiosendungen ihren Bedürfnissen besser gerecht zu werden.

Sally sprach fließend Deutsch, Spanisch und Englisch. Der frühere HCJB-Missionsleiter in Ecuador, Tom Fulghum, sagte, dass sie „beeindruckende kulturübergreifende Fähigkeiten besäße. Neben ihrer Arbeit als deutsche Rundfunkjournalistin war sie fest in der ecuadorianischen Gesellschaft integriert. Ihr Spanisch war fehlerfrei, und so machte sie oft Simultanübersetzungen. Sie hatte ein großes Herz für die Menschen, gleichermaßen sowohl für die deutschen Hörer, für die sie Radiosendungen gestaltete, als auch für die Ecuadorianer. Es war eine Freude mit ihr zu arbeiten.

Der HCJB- Personaldirektor John Adams bestätigt: „Ich wünschte, dass jeder von uns Missionaren so sensibel für die ecuadorianische Kultur und so begabt in der spanischen Sprache wäre, wie Sally es war.  Mit Spanisch, Deutsch und Englisch war sie dreisprachig.  Sie war ein großartiges Beispiel dafür, was es bedeutet, sich mit der Kultur des Gastlandes zu identifizieren. Professionell, als Radioproduzentin und -sprecherin, war Sally perfekt in der Vorbereitung und Präsentation ihrer Sendungen“, fügt Adams hinzu. „Sie war im wahrsten Sinne des Wortes ein Profi. Doch vor allem hatte sie ein Herz für Menschen, die Gott noch nicht kennen.  Sie pflegte sehr persönlichen Kontakt zu ihren ecuadorianischen Freunden, Bekannten und Mitarbeitern. Ja, sie war ein Beispiel dafür, was es heißt, `Botschafter Jesu Christi` zu sein.“

Im Juli 1987 beendete Sally Schroeder ihren missionarischen Dienst in Ecuador und kehrte nach Kanada zurück, wo sie am 22. August 1987 Frank Isaak heiratete. Auch hier, als SALLY SCHROEDER ISAAK, blieb sie aktiv. Sie gab den spanischsprechenden Immigranten Englischunterricht und leitete einen spanischen Hausbibelkreis. Weiter engagierte Sally sich stark in der Gebetsarbeit für Mission weltweit und traf sich regelmäßig mit der früheren Mitmissionarin Maria Hübert zur gemeinsamen Fürbitte für Radio HCJB. Sally blieb weiter an der Rundfunkarbeit in Ecuador interessiert und besuchte Quito im August 2003, um das 50. Jubiläum der deutschen Rundfunkarbeit mitzufeiern, obwohl Diabetis ihr schon schwer zu schaffen machte.  Bis zum Schluss stand sie mit der Deutschen Abteilung in regem Briefwechsel. Sallys Leben und Dienst hat viele Menschen enorm beeinflusst und auf Jesus hingewiesen.

Ihre persönlichen Erfahrungen als Missionarin und die Bedeutung der deutschen HCJB-Rundfunkarbeit beschrieb Sally in ihrem Buch „Some seed fell on good ground“ = zu Deutsch:  Einiges fiel auf gutes Land“ – das im Jahre 1994 von Wildflower Communications veröffentlicht wurde.

Die Trauer- und Begräbnisfeier von Sally Schroeder Isaak fand am Dienstag, den 27. Januar in der Bakerview Mennonite Brethern Church in Abbotsford, BC, Kanada statt.

Sally hat leuchtende Spuren hinterlassen, die es uns Nachfolgenden leichter machen, Gott zu lieben und Ihm zu dienen. Als Freunde und Mitarbeiter der Deutschen Abteilung von Radio HCJB trauern wir mit ihrer Familie.

 
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