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Papallacta

Bis 1965 wurden die Sendeanlagen von Radio HCJB mit Strom aus Dieselgeneratoren versorgt. Diese Generatoren brauchten damals Dieselöl im Wert von 100 US-Dollar täglich. Außerdem plante HCJB, noch größere Sender zu installieren, die mehr Strom brauchen würden. Die Lösung für das Problem war, ein Wasserkraftwerk zu bauen.

Nachdem Ingenieure schon im weiten Umkreis nach einem geeigneten Wasserstrom gesucht hatten, befanden sich im Mai 1960 fünf der verantwortlichen Missionare in Papallacta auf der Ostseite des Andengebirges (70 km östlich von Quito) und betrachteten den Bach, der ostwärts dem Amazonas zufließt. Sie fühlten, dass dies der Ort sei, den Gott zum Bau des Werkes erwählt hatte. Einmütig trafen sie die schwerwiegende Entscheidung, das Wasserkraftwerk dort zu bauen.

Es begann die Abmessung des Landes, über das die Starkstromleitung gehen sollte. Das Land gehörte 16 Eigentümern, die alle erst gesucht werden mussten. Einige von ihnen wohnten abgelegen oder im Dschungel. Anschliessend begannen die Verhandlungen über den Landkauf. Nach der Einigung musste alles aktlich festgelegt werden. Und erst dann konnte mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden.

Während dieser Zeit verbrachte Robert Wittig sein Ferienjahr damit, nach einer passenden Turbine mit Dynamo zu suchen. Als er sie in den USA fand, nahm er sie auseinander und prüfte sie. Anschliessend baute er sie wieder zusammen und erprobte die Anlage. Es handelte sich um eine Turbine der Marke Westinghouse, die im Jahr 1911 bei einem Wasserkraftwerk beim Lake Union im US-Bundesstaat Washington eingesetzt worden war. 27 Jahre später war die Turbine wegen Wassermangels stillgelegt worden.

Für den Transport nach Ecuador wurde die Anlage in 80 Kisten verpackt. Die meisten hatten über 1000 kg Gewicht, manche 5000 kg, ein Kasten wog sogar 19 000 kg. Die ganze Anlage mit einem Gesamtgewicht von 165 000 kg kam im Oktober 1962 im Hafen von Guayaquil an. Das meiste wurde mit der Eisenbahn nach Pifo gebracht, und von dort wurde alles mit den Lastwagen über die 4200 m hohen Berge bis nach Papallacta transportiert.

Über 200 000 kg an Maschinen, 160 km Leitungsdraht, tausende Säcke Zement und mehr als 250 Zementpfosten wurden über schmale, steile und kurvenreiche Strassen zum Bestimmungsort gebracht und dort eingebaut oder verarbeitet. Der alte Lastwagen musste fast täglich repariert werden.

Als durchreisende Ingenieure das sich im Bau befindliche Werk und die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel betrachteten, sagten sie: "Die Männer von HCJB sind entweder große Narren, oder sie haben einen ungemein großen Glauben." Das Letztere war der Fall.

Erste Turbine in Papallacta
Baujahr: 1911
Leistung: 2000 Kilowatt

Zwischen 1977 und 1982 wurde eine weitere, stärkere Turbine gebaut. Kurz danach musste die alte Turbine wegen Schäden stillegelegt werden. Erst 1993, also elf Jahre später, konnten beide Turbinen gleichzeitig betrieben werden.

Zweite Turbine in Papallacta
Baujahr: Anfang 80er Jahre
Leistung: 4200 Kilowatt

Das Papallacta-Wasserkraftwerk hat drei Stauseen: Papallacta, Loreto und Parcacocha. Die oberen beiden Seen dienten früher lediglich dazu, Wasser für die regenarmen Monate zu speichern. Zwischen dem Loreto- und dem Papallacta-Stausee ist inzwischen ein weiteres Wasserkraftwerk, Loreto, gebaut worden.

 
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