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Image 1.- Steckbrief
Einsatzjahr: Sommer 2000
Dauer: 3 Monate (Mitte Mai bis Mitte August)
Aufgabenbereich bei HCJB: Nachrichten lesen; Interviews geben (über meine Kindheit in Japan, meine Bibelschulzeit, ...); kleine Moderationen zu Lieblingsliedern schreiben und im Studio aufnehmen; Reiseberichte schreiben und aufnehmen; im Archiv Predigtreihen von Band auf PC, bearbeiten und dann auf CD brennen, Covergestaltung der CDs; Hörerpost in der Sendung vorlesen; mit Dorothea Klaue Lieder im Studio aufnehmen (auf dem Klavier begleiten und zum Teil zweite Stimme singen)
Arbeit heute: bis vor kurzem Studium des Diplom-Aufbaustudiengangs "Musik- und Rundfunkjournalismus" an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, derzeit
werdende Mutter ; )

2.- Fragen zum Einsatz
Was bedeutete Dir dieser Einsatz bei HCJB?

Mir haben die drei Monate in Ecuador unheimlichen Spaß gemacht. Freunde von mir hatten mir schon viel von dort erzählt, und ich fieberte schon monatelang auf die Zeit dort hin. Als ich dann das erste Mal die Anden aus dem Flugzeug sah, dachte ich, ich käme nach Hause... Und das Gefühl blieb die ganze Zeit über. Im Team der Deutschen Abteilung wurde ich sehr herzlich aufgenommen und fühlte mich als Teil von ihnen. Ich durfte sehr vieles ausprobieren und auch selbständig arbeiten, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Auch der Kontakt zu den anderen Missionaren auf dem Gelände aber auch zu Ecuadorianern waren echt toll!

Höhepunkte?
Es war sehr cool, dass ich an den Wochenenden oft die Möglichkeiten hatte, herumzureisen. Besuche bei anderen Missionaren, aber auch Busreisen zum HCJB-Missionskrankenhaus nach Shell, zu einer ecuadorianischen Familie nach Ibarra (sie sprachen alle kein Wort Englisch, und mein Spanisch war auch sehr dürftig- das war echt spannend, aber GUT!!), nach Banos, zum Cotopaxi, selbst zu einem Indianerdorf nahe dem Chimborazo... Alles seehr beeindruckend!! (Es könnte sein, dass es noch die Mappe mit meinen Reiseberichten irgendwo in der Abteilung gibt, denn Rüdiger wollte sie damals unbedingt dabehalten, er hatte das gesammelt, glaube ich... Die Berichte sind auf jeden Fall noch aktueller und lebendiger!)

Was hast Du dazu gelernt?
Ich bin als ein Missionarskind in Japan aufgewachsen, doch in Ecuador war es eine völlig neuartige Erfahrung für mich, als "Gringo" sprich: Ausländerin reich zu sein. Ich erinnere mich an einen Besuch in einem Schwimmbad in Banos, wo ich mit einer Familie in ein holperiges Gespräch kam (mein Spanisch war noch sehr dürftig), sie mich bald alle umringten, und mich über Europa ausquetschten. Ihre Augen strahlten bei dem Gedanken, dass ich direkt aus jenem Paradies kam! Dabei hatte mich ihre Kultur, die Gelassenheit, die atemberaubenden Berge, die Lamas, die unglaublich süßen Kinder mit leuchtenden Augen so sehr fasziniert, doch ihre Sicht von Ecuador war von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Eine alte Oma hat mich im Bus auch mal gefragt, wie viele Sucres der Flug von Europa hierher gekostet hatte. Ich rechnete den Preis mühsam auf einem Zettel aus und zeigte ihn ihr, doch sie sah mich nur verständnislos an. "Und, wie teuer?" Da erst wurde mir bewusst, dass sie nicht lesen konnte. Ganz beschämt nannte ich ihr die- mir plötzlich horrende erscheinende Summe- und wandte mich verschämt ans Fenster. Es war mir wirklich peinlich, sooo vieles zu besitzen, obwohl diese so liebenswürdigen Menschen sooo wenig hatten. Das hat mir eine ganz neue Sicht der Dinge gegeben!

Inwiefern haben sich diese Erfahrungen weiter auf Dein Leben ausgewirkt?
Ich denke sehr gerne an die Zeit in Quito zurück, und lese die Rundbriefe der Missionare und die Monatsbriefe der Deutschen Abteilung jedes Mal mit großem Interesse. Es ist auch sicher kein Zufall, dass ich Rundfunkjournalismus studiert habe (zumindest die ersten zwei Semester, bis sich das Kind ankündigte...!).

Welche Möglichkeiten siehst Du, dich in Zukunft für die Mission durch HCJB
einzusetzen:
Auf jeden Fall in der Fürbitte, in Finanzen nur in begrenzten Maßen, da wir schon andere Missionare unterstützen, höchstens mal in Ausnahmefällen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, sich für angehende WV zur Verfügung zu stellen, ihnen von meinen Erfahrungen in Ecuador zu erzählen! Beim Aufschreiben meiner Erinnerungen merke ich, wie gerne ich an die Zeit zurückdenke, und wie präsent so vieles noch ist!

 
Radio HCJB - Die Stimme der Anden, Casilla 17-17-691 Quito
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